Band

BAR ist Musik für eine rauchgeschwängerte Spelunke, morgens um vier, dunkel und melancholisch, zäh und tief, akzentuiert und träge. Mit Voodoo-Twang und Zombie-Charme hat die Band die Nacht auf der Bühne einer Rotlicht-Kneipe verbracht, um morgens mit einem Konterschnaps dem neuen und bitteren Tag entgegen zu trinken. Musik für Szenen der Einsamkeit in der tristen Öde grauer Metropolen oder in weiten, windzerzausten Wüsteneien. Dort, wo der Mensch stets unbehaust ist, verweigern BAR sich seit Jahrzehnten erfolgreich der Steigerungslogik popkultureller Aufmerksamkeitsökonomie. Hier gibt es kein zu viel, kein zu schnell, und auf keinen Fall unnötige Gefühle – BAR sind hier, um uns zu sagen, dass nichts jemals okay sein wird.“ (Ingo Leistner und Kristina Jung in ihrer Laudatio zum Reinhold-Schneider-Preis)

Ab März sind Sänger Jens Teichmann, Gitarrist Oliver Maier, Kontrabassist Markus Heinzel und Schlagzeuger Jeremy Dhôme wieder on stage zu sehen und zu hören. Die acht Songs vom im Mai 2018 erschienenen Long-Player „Keep Smiling“ wollen auf die Club-Bühne. Dreieinhalb Jahre haben BAR sich seit ihrem Debut Zeit gelassen, um die neue Platte zu entwickeln. Entsprechend gut abgehangen sind die Stücke – jeder einzelne Ton ist genau da, wo er sein muss, um maximale Wirkung zu entfalten, flirrend-melancholisch, gleichzeitig zeitlos und aus der Zeit gefallen. Und auch der eine oder andere Titel aus dem Velvet-Underground-Universum – von BAR für das Theater Freiburg interpretiert – hat es ins Set geschafft. „It comes in waves, pouring down.“ - am besten mit einem kühlen Getränk, geschlossenen Augen und weit offenen Ohren zu konsumieren.

Am Freiburger Theater bearbeitete BAR die Songs von Velvet Undergrounds „Bananen-Platte“ und weitere Stücke von Lou Reed für das Theaterstück „Factory“ unter Regie von Stef Lernous. Mit seiner Gruppe „Abattoir fermé“ ist der Belgier bekannt für Trash, Splatter und opulente Dramatik mit viel Blut, Farbe, Geschmiere und Glitzer. Dem Spektakel begegnen BAR mit maximaler Coolness. Zwar erkennt man jedes Stück fast auf Anhieb, doch sind es ganz eigene Interpretationen im speziellen BAR-Modus: langsamer, reduzierter, düsterer, gehäutet bis auf die eigentliche Essenz der Songs. Als Gastgitarrist konnte Nicolas Sturm verpflichtet werden.

Ein weiteres Highlight: Im November wurde BAR der Reinhold-Schneider-Preis verliehen. Als erste Band jemals aus der Sparte Rock oder Pop erhielten sie den renommierten Kulturpreis der Stadt Freiburg. BAR haben sich in ihrer Bandgeschichte (auch schon als Liquid Laughter Lounge Quartet) nie darum geschert, ob das jetzt Rock 'n' Roll ist, was sie machen, und in welche Schublade sie passen könnten. Sie haben die Musik gemacht, die sie machen wollten, ja machen mussten, die sich aus dem Innersten nach außen drängte. Und wahrscheinlich ist es diese Kompromisslosigkeit, dieses nonchanlante „Fuck You“ an Erwartungshaltungen und ökonomische Verwertbarkeit, die BAR nun den Preis eingebracht hat.

"Our old friends from Freiburg, former Liquid Laughter Lounge Quartet, are back on the map and gonna release their 2nd album on the 11th of May. „Keep Smiling“ will be out on vinyl, CD and digital. Eight songs that feature this very unique atmosphere of smokey bar music. All songs draw a picture of dark, laconic and partly absurd movie scenes. Alexander Hacke, bass player of Die Einstürzenden Neubauten, invited the band for the mix to his studio in Berlin which illuminates the songs with a special brilliance."

we are BAR:

Jens Teichmann: Gesang

Oliver Maier: Gitarre

Markus Heinzel: Kontrabass

Jeremy Dhome: Schlagzeug